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Basel und die Typografie von 1920 bis heute 

Vom 6. Mai bis 19. September 2021 zeigt die Basler Papiermühle eine Sonderausstellung zur Typografie. In keinem anderen Jahrhundert seit der Erfindung des Buchdrucks gab es in Druckereien so fundamentale Umwälzungen wie in den letzten 100 Jahren. Und mit der veränderten Technik wandelte sich auch die grafische Gestaltung – nicht weniger radikal! Die alten, von der Materialität des Bleisatzes bestimmten typografischen Regeln waren spätestens mit dem Einzug von Fotosatz und Offsetdruck nicht mehr bindend. Die neuen Drucktechniken eröffneten eine bisher nicht gekannte Freiheit in der Textgestaltung und neue Ausdrucksformen, mit Schrift und Satz umzugehen. So entwickelte sich Typografie im 20. Jahrhundert zu einer eigenständigen Kunstform.

Schon zu Beginn dieser Umwälzungen, seit den 1950er-Jahren, bildete sich in der Schweiz ein wiedererkennbarer typografischer Stil heraus, der unter den Bezeichnungen Schweizer Typografie und Swiss Style internationale Bekanntheit erlangte und bis in unsere Gegenwart hinein wirkt. Die damals entwickelten Gestaltungsrichtlinien gelten noch heute als modern. Für die Entstehung dieses Stils kamen wesentliche Impulse aus Basel: einerseits durch das beachtenswerte typografische Schaffen und der hervorragenden Ausbildung an der damaligen Schule für Gestaltung mit so renommierten Lehrpersonen wie Armin Hofmann und Emil Ruder, andererseits durch in Basel erschaffene Schriften, darunter die Helvetica.

Der aufkommende Fotosatz in den 1970er- und 1980er-Jahren veränderte den Prozess des grafischen Gestaltens vollends. Die freie Verknüpfbarkeit von Bild und Text, die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, Schriften zu verzerren oder überlappen zu lassen, wurden für Werbekampagnen gerne aufgegriffen. In Basel unterrichtete damals Wolfgang Weingart. Mit seinen unkonventionellen, immer Grenzen überschreitenden Arbeiten galt er als Enfant terrible der Grafikszene. Gemeinsam mit seinen Studierenden versuchte er, die neu gewonnenen gestalterischen Freiheiten auszuloten. So experimentierten sie zusammen mit den neuesten, eben erst auf dem Markt erschienenen Erfindungen wie Fotokopierern oder den ersten Computern mit einer grafischen Benutzeroberfläche.

All diese Impulse haben ihren Einfluss auf das aktuelle grafische Schaffen hinterlassen. Die Ausstellung schliesst daher mit einem Blick auf das Heute.

Die Präsentation besteht aus zwei Teilen: Grundsätzliche Aspekte der Typografie erweitern die Dauerausstellung im ersten und zweiten Stock. Sie nehmen punktuell Bezug auf die bestehende Thematik im Raum und funktionieren unabhängig voneinander. Im Veranstaltungsraum im dritten Stock stehen hingegen Basel, die Entstehung der Schweizer Typografie und ihre Auswirkungen auf das zeitgenössische Schaffen vom Vordergrund.

Über aktuelle Begleitveranstaltungen zu unserer Sonderausstellung können Sie sich auf unserer Webseite sowie Social Media informieren.
Die Ausstellung wurde verlängert bis am 19. September 2021.

Aktivstellen für Besucher

Papierschöpfen, mit Gänsekiel und Feder schreiben, auf alten Schreibmaschinen tippen, selber drucken oder in der Marmorierwerkstatt mit bunten Farben experimentieren ist im Museumseintritt inbegriffen. An unseren Aktivstationen werden Sie von Mitarbeitenden unterstützt.

Aufgrund der aktuellen Lage rund um Covid-19 können wir unsere Mitmachstationen zur Zeit zur eingeschränkt anbieten. Selber Papier schöpfen ist unter speziellen Hygienemassnahmen (Hände vor und nach dem Schöpfen desinfizieren) sowie Plexischutzwänden möglich.
Bitte respektieren Sie bei Ihrem Besuch die nötigen Sicherheitsabstände.

Di-Fr/So: 11-16.45h. Sa: 13-16.45h

Di-Fr/So: 11-16.45h. Sa: 13-16.45h

13-16.45 Uhr
Den Letternstand finden Sie bis auf Weiteres im 1. Stock des Museums vor dem Treppenaufgang.

Di-Fr/So: 12.30-16.30h. Sa: 13-16.30h
Bis auf Weiteres wird diese Mitmachstation auf dem Letziplatz angeboten, Zugang via Museumshof.

Programm

 

Letziplunder – der besondere Flohmarkt

Zweimal im Jahr findet der einzigartige Flohmarkt im St. Alban-Tal auf dem Letziplatz statt.

Die Geschichte des sympathischen „Plunder-Verkaufs“ begann vor vielen Jahren. Die spezielle Atmosphäre auf dem Letziplatz verleihen dem Flohmi einen besonderen Touch und sorgen für ein einmaliges Erlebnis. Das Angebot reicht von kleinen Kostbarkeiten bis zu wertvollen Antiquitäten. Ob funkelnder Schmuck, orientalische Teller, Secondhand Designer-Kleider oder originelle Möbel – der Letziplunder hat sich mit hochstehenden Trouvaillen längst über die Quartiersgrenzen hinaus einen Namen gemacht.
Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt: Essensstände auf dem Platz und das Restaurant Papiermühle verwöhnen mit allerlei Getränken und kulinarischen Köstlichkeiten.

Das Datum für den nächsten Flohmarkt ist wie folgt:

  • Herbstflohmarkt     Samstag 25. September

Alle Informationen finden Sie auf der Webseite www.letziplunder.com

Vorschau zusätzliche Veranstaltungen und Workshops

Den Programmflyer September bis Dezember 2021 finden Sie hier.

Sonntag, 5.9.21, 14-17h
Kupferstich & Co.
Die Künstlerin Livia Balu arbeitet im Tiefdruck-Atelier

Sonntag, 19.9.21, 13-17h
Papiermaschine in Betrieb
Die Langsieb-Laborpapiermaschine produziert vor den Augen der Besuchenden Endlospapier.

Sonntag, 26.9.21, 13-17h
Origami – die bunte Welt des Faltens
Workshop mit der Origamigruppe Gelterkinden