Aktuell

Aktuell

CharakterTypen
Basel und die Typografie von 1920 bis heute – Ausstellung  

Vom 6. Mai bis 15. August 2021 zeigt die Basler Papiermühle eine Sonderausstellung zur Typografie. In keinem anderen Jahrhundert seit der Erfindung des Buchdrucks gab es in Druckereien so fundamentale Umwälzungen wie im 20. Jahrhundert. Und mit der Technik wandelte sich auch die grafische Gestaltung – nicht weniger radikal! Die alten, von der Materialität des Bleisatzes bestimmten typografischen Regeln waren spätestens mit dem Einzug von Fotosatz und Offsetdruck nicht mehr bindend.  Neue Drucktechniken eröffnen eine bisher nicht gekannte Freiheit in der Textgestaltung und neue Ausdrucksformen,  mit Schrift und Satz umzugehen. Typografie entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer eigenständigen Kunstform.

Doch schon vor diesen Umwälzungen, in den 1950er-Jahren, bildete sich in der Schweiz ein wiedererkennbarer typografischer Stil heraus, der unter den Bezeichnungen  Schweizer Typografie und Swiss Style internationale Bekanntheit erlangte und bis in unsere Gegenwart hinein wirkt. Die damals entwickelten Gestaltungsrichtlinien gelten noch heute als modern. Für die Entstehung dieses Stils kamen wesentliche Impulse aus Basel: einerseits durch das beachtenswerte typografische Schaffen und der hervorragenden Ausbildung an der Schule für Gestaltung mit so renommierten Lehrpersonen wie Armin Hofmann und Emil Ruder, andererseits durch in Basel erschaffene Schriften, darunter die Helvetica.

Der aufkommende Fotosatz in den 1970er- und 1980er-Jahren veränderte den Prozess des grafischen Gestaltens vollends. Die freie Verknüpfbarkeit von Bild und Text, die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, Schriften zu verzerren oder überlappen zu lassen, wurden für Werbekampagnen gerne aufgegriffen. In Basel unterrichtete damals Wolfgang Weingart. Mit seinen unkonventionellen, immer Grenzen überschreitenden Arbeiten galt er als Enfant terrible der Grafikszene. Gemeinsam mit seinen Studierenden versuchte er, die neu gewonnenen gestalterischen Freiheiten auszuloten. So experimentierten sie zusammen mit den neuesten, eben erst auf dem Markt erschienenen Erfindungen wie Fotokopierern oder den ersten Computern mit einer grafischen Benutzeroberfläche.

All diese Impulse, die von Lehrpersonen an der Schule für Gestaltung Basel ausgingen, haben ihren Einfluss auf das zeitgenössische Schaffen hinterlassen. Die Ausstellung schliesst daher mit einem Blick auf das Heute.

Die Präsentation besteht aus zwei Teilen: Grundsätzliche Aspekte der Typografie erweitern die Dauerausstellung im ersten und zweiten Stock. Sie nehmen punktuell Bezug auf die bestehende Thematik im Raum und funktionieren unabhängig voneinander. Im Veranstaltungsraum im dritten Stock stehen hingegen Basel, die Entstehung der Schweizer Typografie und ihre Auswirkungen auf das zeitgenössische Schaffen vom Vordergrund.

Aufgrund der aktuellen Auflagen und Bestimmungen kann die Vernissage leider nicht im üblichen Rahmen durchgeführt werden.

Über aktuelle Begleitveranstaltungen zu unserer Sonderausstellung können Sie sich auf unserer Webseite sowie über Social Media informieren.

Frühe Musikdrucke aus Basler Pressen – Ausstellung 

In der Dauerausstellung der Basler Papiermühle sind bis Ende April drei frühe Basler Musikdrucke (um 1500) aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Basel zu sehen.
Anlass war das Konzert des Vereins ReRenaissance vom 28. März 2021 mit Darbietungen aus dem berühmten Erstlingswerk «Harmonice Musices Odhecaton A» (1501) des venezianischen Musikdruckers Ottaviano Petrucci. Petrucci gilt als erster, der das mehrschrittige Druckverfahren mit beweglichen Lettern auf den Notendruck anwandte. Aber auch in Basel entstanden zu dieser Zeit bereits Musikdrucke mit dieser Drucktechnik, wie die ausgestellten Quellen belegen.

Zu sehen sind folgende Drucke:

  • Graduale Romanum (Wenssler, 1488)
    Zweifarbiger Typendruck mit eingemalten Schmuckinitialen, Hufnagelnotation.
  • Virdung, Musica getutscht (Furter, 1511)
    Fragment mit einer Tabulatur für Tasteninstrument, Holzschnitt.
  • Obrecht, Concentus harmonici (Mewes, 1507)
    Doppelter Typendruck, Mensuralnotation. Einer der frühsten Drucke, der nördlich der Alpen im von Petrucci angewendeten Verfahren hergestellt wurde.   

Aktivstellen für Besucher

Papierschöpfen, mit Gänsekiel und Feder schreiben, auf alten Schreibmaschinen tippen, selber drucken oder in der Marmorierwerkstatt mit bunten Farben experimentieren ist im Museumseintritt inbegriffen. An unseren Aktivstationen werden Sie von Mitarbeitenden unterstützt.

Aufgrund der aktuellen Lage rund um Covid-19 können wir unsere Mitmachstationen zur Zeit zur eingeschränkt anbieten. Selber Papier schöpfen ist unter speziellen Hygienemassnahmen (Hände vor und nach dem Schöpfen desinfizieren) sowie Plexischutzwänden möglich.
Bitte respektieren Sie bei Ihrem Besuch die nötigen Sicherheitsabstände.

Di-Fr/So: 11-16.45h. Sa: 13-16.45h

Di-Fr/So: 11-16.45h. Sa: 13-16.45h

13-16.45 Uhr
Den Letternstand finden Sie bis auf Weiteres im 1. Stock des Museums vor dem Treppenaufgang.

Di-Fr/So: 12.30-16.30h. Sa: 13-16.30h
Bis auf Weiteres wird diese Mitmachstation auf dem Letziplatz angeboten, Zugang via Museumshof.

Programm

Oh, a line of types! 

jeweils Dienstag, 11 – 13h

Der Setzer Manfred Bauer arbeitet auf der Linotype Setz- und Giessmaschine.
In Zeitungsdruckereien wurde vor allem die Linotype Setz- und Giessmaschine eingesetzt. Durch den Tastendruck ausgelöst, fallen Matrizen aus dem Magazin in den Zeilenkanal und werden zur fertigen Druckzeile gegossen. Mit dieser Maschine konnte die Stundenleitung eines Handsetzers auf das Sechsfache gesteigert werden. Die Bleisatztechnik und damit auch die Linotype-Setzmaschine wurde ab ca. 1970 schrittweise durch den Fotosatz verdrängt.

Letziplunder – der besondere Flohmarkt

Zweimal im Jahr findet der einzigartige Flohmarkt im St. Alban-Tal auf dem Letziplatz statt.

Die Geschichte des sympathischen „Plunder-Verkaufs“ begann vor vielen Jahren. Die spezielle Atmosphäre auf dem Letziplatz verleihen dem Flohmi einen besonderen Touch und sorgen für ein einmaliges Erlebnis. Das Angebot reicht von kleinen Kostbarkeiten bis zu wertvollen Antiquitäten. Ob funkelnder Schmuck, orientalische Teller, Secondhand Designer-Kleider oder originelle Möbel – der Letziplunder hat sich mit hochstehenden Trouvaillen längst über die Quartiersgrenzen hinaus einen Namen gemacht.
Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt: Essensstände auf dem Platz und das Restaurant Papiermühle verwöhnen mit allerlei Getränken und kulinarischen Köstlichkeiten.

Die Daten für die beiden Flohmärkte 2021 sind wie folgt:

  • Sommerflohmarkt  Samstag 26. Juni
  • Herbstflohmarkt     Samstag 25. September

Alle Informationen finden Sie auf der Webseite www.letziplunder.com   

Vorschau zusätzliche Veranstaltungen und Workshops

Aufgrund der Covid-19-Situation können unsere zusätzlichen Veranstaltungen zur Zeit leider nicht durchgeführt werden.
Gerne halten wir Sie über die aktuelle Entwicklung sowie absehbare Veränderung auf dem Laufenden, danken für Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch!