Büttenpapier

Die Basler Papiermühle befindet sich in der Gallicianmühle, die 1453 für die Papierproduktion umgebaut wurde. Die Einrichtung und Produktionsart entspricht der manuellen Papierherstellung im 18. Jahrhundert. Papier wird hier aus Hadern hergestellt, also aus alten Kleidern und Stoffresten. Durch das mächtige Wasserrad wird das Stampfwerk angetrieben, in dem die eingeweichten Lumpen zerfasert werden. Dank des Königstuhls können gleichzeitig auch weitere Maschinen via Transmissionen betrieben werden.

Bei der manuellen Papierherstellung werden Lumpen sortiert und geschnitten, dann im Stampfwerk zerfasert. Mit reichlich Wasser versetzt werden die Fasern in der Bütte, einer grossen Holzwanne, mit einem Schöpfsieb zu Papierbögen geschöpft. Nachdem das Wasser abgelaufen ist, werden die noch nassen Papierbögen mit dem Sieb auf Filz abgedrückt (so genanntes Gautschen), wodurch die Papiere auf dem Filz liegen bleiben. So entsteht ein grosser Stapel aus Papieren und Filzen (Pauscht), welcher anschliessend in der Nasspresse gepresst wird. Die gepressten Papiere werden nachher auf dem Dachboden zum Trocknen aufgehängt. Will man die Papiere als Schreibpapiere verwenden, müssen sie zuerst noch geleimt werden, um ein zu starkes Aufsaugen der Tinte zu verhindern. Früher mussten die Papiere dafür durch ein Leimbad gezogen, erneut gepresst und getrocknet werden.

Das Stampfwerk zerfasert Lumpen zum Papierbrei.Papierschöpfen an der grossen Bütte.Das Pressen der nassen Papiere.

Die Papiermaschine

In der Industrialisierung wurde das mühsame Schöpfen Bogen für Bogen durch eine Maschine abgelöst, die endlose Papierbahnen produziert. Die erste Papiermaschine entwickelte Nicolas-Louis Robert 1799. Die im Museum in der Rychmühle aufgestellte Laborpapiermaschine wurde 1964 gebaut. Sie ist voll betriebstauglich und produziert jeweils mittwochs endlose Papierbahnen in einer Breite von 22 cm.

Die Laborpapiermaschine im Einsatz.Die Laborpapiermaschine im Einsatz.Die Laborpapiermaschine im Einsatz.
Papierschöpfen